Erst umgekippt, dann ausgeflippt – Zweimal Handschellen am Abend

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Zweimal machte es Freitag Abend in der Prinzenallee klick und schon beim ersten mal konnte sich keiner einen Reim drauf machen warum. Zuerst überraschte es den Chef vom Zeitungsladen an der Ecke zur Soldiner Straße. Er hatte den Lotto-Tip von einem Stammkunden, einem älteren Herrn entgegengenommen. „Wie jede Woche, haben wir dabei kaum gesprochen“, berichtete er. Doch bei der Übergabe des Wechselgeldes schaute der ihn anders an als sonst, sagte er. „Plötzlich fiel er einfach um.“ Ein Kunde kümmerte sich, der Chef rief schnell die Feuerwehr.

_MG_2882 „Mein Kunde war bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar“, erzählte er und beobachtete wie der sich am Boden liegend versteifte, als die Rettungssanitäter versuchten ihn aufzurichten. „Als sie ihn in einen Krankenstuhl setzen wollten schlug er plötzlich wild um sich“, berichtet er immer noch etwas fassungslos. Ein beachtliches  Aufgebot von Polizei und Feuerwehr eilte herbei, fesselte den Mann und brachte ihn aufrecht laufend zum Rettungswagen. „Sie haben mich angegriffen“, sagte er noch zu dem Ladenbesitzer, bevor sie ihn eilig unter Blaulicht mit Polizeibegleitung zum Krankenhaus fuhren.

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Die Prinzenallee 28 kommt nicht zur Ruhe

Schon wieder häufen sich die Fakeanrufe bei der Polizei und der Feuerwehr. „Heute war es schon der zweite Polizeieinsatz“, berichtet eine empörte Mieterin, die schon über 20 Jahre im Haus wohnt. „Mit gezogener Waffe haben sie schon vor meiner Wohnungstür gestanden und gefragt ob ich angerufen hätte.

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Einsatz bei Reizgasangriff

Viele haben Angst, denn es bleibt nicht bei Fakeanrufen. Nach einem Reizgasangriff im Flur des Wohnhauses mussten Kleinkinder im Krankenhaus behandelt werden. Noch spät in der Nacht gegen drei Uhr wurden alle Mieter aus dem Bett geklingelt. Die Polizei hatte richterlich bestätigte Hausdurchsuchungsbefehle dabei.

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Freitag Nacht steht ein Bewohner des Hauses in Handschellen auf der Straße. Die Polizei kontrolliert das Handy des Jugendlichen. Sie finden nichts. Zuvor hatte er schon berichtet, dass es eine Gruppe von drei Jugendlichen geben soll, die ihm Stress machen. Er gibt ihnen die Schuld für die dauernde Unruhe im Haus. Einen von ihnen soll die Polizei als Verursacher der Anrufe schon vor einiger Zeit ausgemacht haben. Trotzdem – Das er völlig unbeteiligt sein soll, will die Polizei ihm nicht abnehmen und kontrolliert ihn auch schon mal überraschend mitten auf der Straße, wie letztens als er mit Kinderwagen beim U-Bahnhof Pankstraße unterwegs war. „Unsere ganze Familie hat Angst“, sagt er. Die schreien sie auch heraus, als sie ihren Sohn auf der Straße aus dem Polizeigewahrsam abholen. Die Fakeanrufe gehen weiter.

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Umsonst: Die Feuerwehr zieht wieder ab

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