Stellungnahme von „Moabit hilft!“ zur Todesmeldung von Helfer Dirk

 

Diana Lucienne Pressesprecherin Moabit Hilft

Pressersprecherin Diana Lucienne von Moabit Hilft

 

-> update 28.Jan.16

27. Jan.16 – Die Presseerklärung von „Moabit Hilft!“ zur Aussage des Helfers Dirk V. zum angeblichen Tod eines syrischen Flüchtlings.

Hintergrund: Der ehrenamtliche Helfer habe in einer Befragung durch die Polizei zugegeben, dass seine Geschichte vom Tod eines Flüchtlings erfunden sei, zitierte rbb aktuell den Pressersprecher der Polizei. Dirk V. hatte einer Unterstützerin von „Moabit Hilft!“ live von dem Tod eines 24-jährigen Syrers per SMS berichtet. Die facebookgemeinschaft von “Moabit Hilft!”, reagierte auf die Nachricht mit Entsetzen. Der Helfer habe auch begründet, warum er das getan hat. Das solle er jedoch selbst erklären, so Polizeisprecher Redlich

Verwirrung gab es, weil ein Bericht eines Security-Mitarbeiters vorlag, der auf dem Lageso-Gelände einen Mann wiederbelebt haben soll. Die Ereignisse passten aber zeitlich nicht zueinander. Nach dieser Polizeiverlautbarung, aber auch nachdem im Vorfeld Pressevertreter keinen Hinweis auf den Tod des jungen Flüchtlings recherchieren konnten, gab „Moabit Hilft!“ die folgende Presseerklärung ab:

Stellungnahme von „Moabit Hilft!“

Nach der Befragung Dirks durch die Polizei heute Abend ist davon auszugehen, dass die Geschichte vom Tod des 24jährigen Syrers erfunden ist. Wir sind sehr erleichtert darüber, denn niemand ist zu Schaden gekommen. Aber auch fassungslos über das Geschehene.

Seit sechs Monaten erhalten wir Unterstützung von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Diese Unterstützer, die das Leid der geflüchteten Menschen am Lageso persönlich miterleben, gehen dabei oft bis an ihre Grenzen. Wir wollen, können und müssen uns auf diese Menschen verlassen und vertrauen ihnen. Wir sind ein Verein, der sich ehrenamtlich der Hilfe für geflüchtete Menschen verschrieben hat, wir sind kein Unternehmen mit ausgefeilten Compliance Regeln.
Wir helfen schnell, direkt und unbürokratisch.

Jeden Tag haben wir mit kranken, entkräfteten Menschen zu tun, die seit Tagen, manchmal Wochen in Kälte und Nässe vor dem Lageso anstehen. Von früh morgens bis abends. Oftmals ungeschützt im Freien, da die Plätze in den Zelten nicht ausreichen. Wegen dieser Erfahrungen konnten wir uns sehr gut vorstellen, dass ein Mensch gestorben ist, wie Dirk es nahelegte.

Wir von Moabit hilft haben Dirk in den vergangenen Monaten als verlässlichen und integren Unterstützer an unserer Seite kennengelernt, der sich auf unterschiedlichste Weise für viele geflüchtete Menschen engagiert hat. Er hat uns heute Morgen mit der Meldung über den Tod eines geflüchteten Menschen informiert. Diese Meldung ist offensichtlich falsch. Wir kennen seine Motivation für diese Meldung nicht, und wollen dies auch nicht kommentieren. Dirk hat sein Facebook-Profil gelöscht und war bis jetzt für uns nicht zu sprechen.

Wir hoffen weiterhin, dass das vor dem wir seit Monaten warnen und was passieren könnte, hoffentlich nie eintreten wird. Wir werden wie bisher tagtäglich daran arbeiten, dass sich die katastrophalen Zustände am Lageso Schritt für Schritt verbessern.

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