Neues Wandbild vom alten Wirtshaus „Zum Pankgrafen“ im U-Bahnhof Pankstrass

Wandbild zum Pankgrafen u bahnhof pankstrasse (2)

Die Fliesenleger Uwe und Olaf stolz vor ihrem fertigen Fliesen-Wandbild im U-Bahnhof Pankstrasse

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Wir sind durch“, sagten die Fliesenleger Uwe und Olaf letztens auf dem U-Bahnhof Pankstraße und stellten sich stolz vor dem neuen Wandbild auf. 10.000 Euro gab es für die Arbeit incl. Material. „Einfach war es nicht, denn hier ist alles irgendwie schief .“ Aber sie haben Erfahrung mit unebenem Gelände, hatten sie doch schon das Wandbild von der alten Ringbahn von 1909 auf dem U-Bahnhof Wittenbergplatz gefertigt.

wirtshaus und Badenastalt Zum Pankgrafen

Das Wirtshaus „Zum Pankgrafen“ mit Badeanstalt an der Panke

Freibad an der Panke

Das Wandbild im U-Bahnhof zeigt das alte Wirtshaus „Zum Pankgrafen“, in der damaligen Schloßstraße, heutige Ossietzkystraße, in Pankow. 1896 eröffnet, erhielt es damals, nachdem die Wirte beigetreten waren, vom geheimen Ordensrat der Pankgrafenschaft die „Pankgräfliche Kruggerechtigkeit für alle Zeiten“. Zu seinen Hochzeiten um 1900 fasste allein der Biergarten 4000 Besucherplätze. Zum Wirtshaus gehörte auch ein Freibad, die „Badeanstalt Pankow“. Wegen zunehmender Verschmutzung wurde aber das Baden 1926 verboten. Allerdings geht aus alten Berichten hervor, dass noch bis in die Nachkriegszeit in der Panke an geheimen Orten gebadet wurde.

Pankgraf Biergarten um 1900

Der Biergarten des „Pankgrafen“ um 1900

Ritter in Panke ertrunken

Die alte Panke führte besonders im Frühjahr mit der Schneeschmelze reichlich Wasser. So war es möglich, dass die Alte Pankgrafenvereinigung von 1381 zu Berlin bey Wedding an der Panke“, die sich am 17. Juni 1881 aus heimatliebenden Weddingern gründete, auf eine Legende beziehen konnte, nach der Ritter Graf Udo von der gespaltenen Klaue sich 1361 in voller Rüstung aus Kummer in die Panke stürzte und ertrank. Letztmalig im Wedding gesehen wurde eine hochrangige Gesandtschaft der Ritter bei einer Pankeputzaktion vor der Bibliothek am Luisenbad. (Ausschnitte aus der Rede hat der Soldiner Kiez Kurier hier im Video dokumentiert). Während die Pankgrafenvereinigung bis heute „überlebte“ und weitere Ableger in Deutschland bildete, überstand das Gebäude den II. Weltkrieg nicht.

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Wandbild vom Pankgrafen U Bahnhof Pankstrasse (10)

Das fertige Wandbild vom Wirtshaus „Zum Pankgrafen“

PankstrasseNeben dem geschichtsträchtigen Wandbild im U-Bahnhof Pankstrasse leistet sich der Bezirk noch ein weiteres Highlight. Schon aufgefallen dass der Namenszug „Pankstrasse“, auf dem Bahnhof, entgegen der sonst üblichen Schreibweise mit doppel „s“ geschrieben wird?

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Foto Quelle: Pankower Chronik

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16 Kommentare to “Neues Wandbild vom alten Wirtshaus „Zum Pankgrafen“ im U-Bahnhof Pankstrass”

  1. Wir haben uns sehr über den Artikel gefreut. Wir bedanken uns für den Link.
    Christian Norman
    pankowerchronik

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  2. Kann sein, aber ich weiß jetzt nicht, an wen ich mich wenden sollte. Aber vielleicht liest das hier auch noch jemand andres.

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    • Wir haben uns sehr über den Artikel gefreut. Wir bedanken uns für den Link. Es ist keine Verwechslung. Die begonnen damit das große Teile vom Wedding vor der Gebietsreform zu Pankow gehörten, gehören die Pankgrafen historisch gesehen in den Wedding. Da sie seit der Jahrhundertwende von Pankow aus wirkten entsteht schnell der Eindruck das sie Pankow zuzuordnen sind.
      Christian Borman
      pankowerchronik

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  3. Meinste? Okay… wolte nur drauf hinweisen. Ich hab ja mit den Herren noch gesprochen als sie die Fliesen dort angebracht haben und die meinten: „Das stand dahinten, an der Panke dort.“ Hörte sich nicht so an, als ob sie bis „da hinten“ noch ne Dreiviertelstunde spazieren wollten…. Bis zum Schlosspark Schönhausen sind es noch fast 4 Kilometer von hier aus. Aber was solls, sieht gut aus jedenfalls. Und noch ist es ja unbeschmiert…

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    • Ich kann mir vorstellen, dass die Ausführenden das nicht wussten, aber sie haben ja auch nicht das Motiv entschieden. Ich hatte einen ähnlichen Eindruck und dachte auch erst es wäre vielleicht in Richtung Badstraße. Interessant wäre es schon ob die Planer darüber Bescheid wussten. Wenn du magst kannst du ja mal versuche es herauzubekommen. Ansonsten u-Bahnhof Pankstrasse und Pankgrafen passt schon ganz gut. Auch ganz witzig mit der Badeanstalt. Vielleicht geht das ja mal wieder mit dem ganz offiziell erlaubten Baden in der Panke.

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  4. Schön, dass die Fliesenleger das dort angeklebt haben. Aber hier in der Nähe war die Badeanstalt nicht. Sondern in der heutigen Ossiietzkystr. in Pankow. Im Schlosspark des Schlosses Schönbrunn. Nachzulesen auf http://pankowerchronik.blog.de/2015/03/30/wirtshaus-pankgraf-20212636/ und zu sehen auf https://www.google.de/maps/@52.5748286,13.4084058,17z
    Dort gibts nämlich auch ne Pankstr, vielleicht deswegen die Verwechslung?

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  5. Ein Wirtshaus mit ganz ähnlichem Namen, Pankgrafens kleine Residenz, gibt es in der Pankgrafenstr. in Karow. Ein Familienbetrieb, der noch zu DDR-Zeiten auf den Geschmack Böhmischer Küche gekommen ist und heute Spezialitäten wie „Prager Gulasch“ und Soljanka auf seiner Speisekarte hat. Perfektes Ausflugsziel für Liebhaber des Panke-Radwegs.

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