Nackter Mann von Polizist im Neptunbrunnen erschossen. Zeugen sagen aus. War es Selbstmord?

Gestern Vormittag erschoss im Berliner Neptunbrunnen ein Polizist einen nackten Mann, der sich zuvor mit einem Messer schwer selbst verletzt hatte.

Nackter von Polizist im Neptunbrunnen erschossen

Der Augenblick des tödlichen Schusses

Der aktuell von Zeugen benannte Vorgang

Zwei Frauen hatten einen Wachmann vor dem Roten Rathaus angesprochen und davon berichtet, dass sich am Neptunbrunnen ein Mann mit einem langen Messer aufhalten würde. Der Wachmann alarmierte die Polizei. In einem Videointerview berichtet ein Zeuge, dass er den Mann auf einer gegenüberliegenden Parkbank gesehen hatte. Schon dort soll er sich nach Aussagen des Zeugen Verletzungen an der Brust und am Hals zugefügt haben. Danach sei der stark blutende Mann zum Neptun-Brunnen gegangen, habe sich entkleidet und sei in das Wasser gestiegen. Ein weiterer Zeuge, dessen Einblick durch eine Statue auf die direkte Szene verstellt war berichtete von zwei eingetroffenen Polizisten, die ebenfalls in das Wasser stiegen und den schwer verletzten Mann ansprachen. Er wollte gesehen haben, dass die Polizisten mindestens zwei Minuten mit dem Mann verhandelt hätten. Dann sei plötzlich einer der Polizisten hinter der Statue hervorgekommen und der unbekleidete Mann sei ihm mit gezücktem Messer rasch gefolgt.
Ein Video dokumentiert das Geschehen
Ab diesem Augenblick dokumentiert ein auf you tube veröffentlichtes Video, dass der Polizist, im Wasser rückwärtslaufend, seine Pistole bereits auf Brusthöhe im Anschlag, von dem stark blutenden Mann verfolgt wurde. Zweimal laut hört man den Ruf „Messer weg!“ Kurz vor Erreichen der gemauerten Brunneneinfassung, der Bewaffnete hatte den Abstand auch ca. eineinhalb Meter verringert und die bewaffnete Hand schwang durch die Laufbewegung in Richtung Polizist aus, drückte der ab. Durch einen Schuss in die Brust getroffen, stoppte der Angeschossene nach zwei weiteren Schritten. Der Polizist stolperte über die Brunnenbegrenzung, konnte sich aber abfangen. Nach einigen Rückwärtsschritten fiel der Angeschossene zurück. Dazukommende Polizisten, die sich um den Brunnen mit gezückter Waffe postiert hatten,  überwältigten den  Angreifer, der sich mit Beintritten zur Wehr setzte. Notärzte konnten nach versuchter Rettung  nach kurzer Zeit nur noch seinen Tod feststellten.
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Auf die Frage warum der Mann nicht mit anderen Mitteln gestoppt werden konnte, antwortete ein Polizeisprecher am Ort des Geschehens, dass Menschen, die sich in einem hochemotionalen Zustand befinden, nicht durch einen Schuss in das Bein wirkungsvoll gestoppt werden können. Das sei nur mit Körpertreffern möglich. Ein vergleichbarer Fall im Soldiner Kiez in der Prinzenalle bewies das Gegenteil. Ein Polizist wurde vor einem Discounter von einem heranstürmenden Mann mit einer abgebrochenen Flasche in der Hand attackiert. Der auf die Beine gezielte Schuss des Beamten prallte als Querschläger vom Straßenbelag ab und verletzte das Bein so stark, dass der Mann bewegungsunfähig zu Boden ging.
Hätte die Tötung des Mannes verhindert werden können?
Alle zusätzlich angeforderten Polizisten, die zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung anwesend waren, hatten Schutzwesten an, der Schütze aber nicht.
In allen bisher bekannten Aussagen von Zeugen wurde von einer Gefährdung des sich selbstverletzenden Mannes gesprochen, ein Angriffsverhalten gegenüber Passanten ist nicht belegt. Warum also kann es geschehen, dass sich Polizisten auf eine für sie selbst gefährliche Nähe mit einem eindeutig dramatisch verwirrten und bewaffneten Menschen einlassen?
Welches Verhalten der beiden Polizisten hat den Mann veranlasst von sich selbst abzulassen und sich plötzlich gegen sie zu wenden?
Was hat den Schützen daran gehindert von dem Mann abzulassen, als sich die Situation zuspitzte  und flüchtend hinter seinen besser ausgestatteten Kollegen Schutz zu suchen?
Wollte der Mann Selbstmord begehen?
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Letztes update: 29. Juni 2013 10.00h

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