„Internationaler Frauentag“ in geschichtlichem Schnelldurchlauf

internationaler Frauentag kitkat club berlin 2000 (1)

Eigentlich sollte das Datum der Feier des neu zu gründenden „Internationalen Frauentag“ egal sein, meinte damals im Jahr 1910 die deutsche Sozialistin Klara Zetkin, auf der „Zweiten Internationalen sozialistischen Frauenkonferenz“ in Kopenhagen. Sie schaute sich die Idee von der US-Amerikanerin May Wood-Simons ab, die ebenfalls in Kopenhagen mit dabei war. Die amerikanischen Frauen hatten ein Jahr zuvor ihren ersten Kampftag gefeiert. Für den 19. März 1911 organisierte Klara Zetkin die Premiere des Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz. Gefordert wurde, wie auch bei den amerikanischen Frauen, die Einführung des Wahlrechts. In zeitlicher Nähe gedachte man den Gefallenen der deutschen Märzrevolution 1848 und der Pariser Kommune, die im März 1871 begann.

In den nächsten Jahren etablierte die SPD auf Grund des großen Zuspruchs und des Wählerzulaufs den Frauentag, versuchte aber zu Beginn des ersten Weltkrieges thematische Veränderungen durchzusetzen. Frauenspezifische Themen wurden in den Hintergrund gedrängt, dafür sollte ein Aktionstag gegen den Krieg entstehen. Kämpferische Frauen, die sich weiterhin für ihre Themen einsetzten, wurden in die Illegalität abgedrängt. Mit der Kriegspolitik unzufriedene SPD Mitglieder spalteten sich ab und gründeten die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPDU). Damit bekamen die kämpferischen Frauen eine neue Heimat. Am 5. Mai 1918, anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Marx, wurde unter dem Schutz der SPDU erneut für das Frauenwahlrecht demonstriert, dass schließlich am 12. November 1918 eingeführt wurde.

Drei Jahre später, auf der „Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen“ 1921 in Moskau, wurde auf Vorschlag der bulgarischen Delegation, der auch heute noch gültige Jahrestag der 8. März, als „Internationaler Frauentag“ festgelegt. Trotz jahrzehntelanger Versuche den historisch kommunistischen Hintergrund zu tilgen, blieb der „Internationale Frauentag“ seitdem an den 8. März gebunden. In Gedenken an den Tag, an dem die Arbeiter- Soldaten- und Bauernfrauen aus Sankt Petersburg, mit ihrem Streik die russische Februarrevolution und damit den Niedergang der Zarenherrschaft am 8. März 1917 auslösten.

Zur Fotoserie
Der „Internationale Frauentag“ könnte eigentlich jeden Tag gefeiert werden. Dafür mögen diese Fotos, aufgenommen im Jahr 2000 im KitKat Club Berlin, Bildnis für Bewegung, Selbstbewusstsein, weibliche Kraft und Energie sein.

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