#Holmbleibt – Studierende besetzen Institut für Sozialwissenschaften – Updates

20.Jan. 1.00h – Wir laden hiermit die stadtpolitischen Initiativen, die #holmbleibt-Kampagne und ihre Unterstützer*innen zu einer gemeinsamen Diskussion unter der Frage „Wie weiter mit #holmbleibt?“ ins besetzte SoWi-Institut ein. Am Freitag den 20.01.2017 ab 20:30 Uhr. Schon ab 10.00h gibt es Programm  -> Mehr infos hier

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Ist das Kunst?
So lange bis Präsidentin Sabine Kunst den Dozenten Holm wieder einstellt, wollen die Studenten das SoWi-Institut noch besetzt halten. Support ist nach wie vor gerne gesehen. „Kommt einfach vorbei!“, schreiben die Besetzenden und stellen sich mit einer „KUNST-Aktion“ zum Solifoto auf. (19. Jan.)

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19. Jan 21h – Die Fachschaft Sozialwissenschaften solidarisiert sich mit den Besetzer*innen des ISW und schreibt: „Auch wir wünschen uns, dass Andrej Holm an unserer Universität eine Zukunft hat. Wir halten Institutsbesetzungen für eine legitime Protestform von Studierenden und sind schwer begeistert davon, was alles auf die Beine gestellt wurde!“

19. Jan. 1.10h – zur Presserklärung der Besetzer des Institus für Sozialwissenschaften an der HU Berlin 

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Präsidium kündigt Holm – Studierende besetzen Institut für Sozialwissenschaften

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18. Jan. 17 – update 19.jan. –  „Die HU kündigt Holm, die Antwort der Studierenden: Wir besetzen das Institut für Sozialwissenschaften – bis #holmbleibt!“

Nach einer „Vollversammlung mit Vollverpflegung“ besetzten heute gegen 16.30h  Studierende das Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität in Berlin. Am Abend wurde beschlossen, die Besetzung vorerst bis Freitag fortzusetzen.Studierende äußerten bereits in mehreren Protestaktionen ihre Unzufriedenheit mit der geplanten Kündigung ihres Dozenten Andrej Holmes von Seiten der Institutsleitung und fordern die Aufhebung.

Heute Nachmittag erklärte vor der Instituts-Besetzung HU-Präsidentin Sabine Kunst vor Studenten und der Presse den Kündigungsgrund. Die Kündigung beruht ihren Worten zufolge nicht auf der Tätigkeit von Holm für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Holmes hatte als 18-Jähriger von September 1989 bis Januar 1990 als Offiziersschüler fünf Monate für die Stasi gearbeitet. Die Kündigung sei einzig darauf begründet, dass er die HU hinsichtlich seiner Biographie getäuscht und auch an dem wiederholt vorgebrachten Argument der Erinnerungslücken festgehalten habe. Die HU habe das als „arglistige Täuschung“ gewertet. Auch das fehlende Bedauern nach Bekanntwerden der Falschaussage wurde gewertet.

Hätte Sabine Kunst anders entschieden, wenn Holm gesagt hätte, dass ihm die falschen Kreuze im Fragebogen leidtäten? Die Antwort darauf ist klar: „Ja.“, berichtet die Tageszeitung taz.

In ihrem Protestschreiben prangern die Protestierenden die mediale Diskreditierungskampagne  gegen einen ihrer „beliebtesten“ Lehrenden an, der mit Bezeichnungen wie „Stasi-Staatssekretär“ öffentlich betitelt wurde.

„Allen Beteiligten ist darüber hinaus mehr als bewusst, dass der Widerstand gegen die Ernennung Andrej Holms weniger mit seiner Vergangenheit, sondern vielmehr mit seinen aktuellen wohnungs- und stadtpolitischen Positionen zu tun hat“, wird in einem offenen Brief der Protestierenden erklärt. „Die gegenwärtige Empörungswelle erscheint uns deshalb nicht nur unsachlich und einer inhaltlichen Diskussion ausweichend, sondern kommt zudem vor allem den ökonomischen Interessen der Immobilienwirtschaft zugute, bzw. läuft denen der Mieter_innen dieser Stadt zuwider.“

Der parteilose Andrej Holm, von der Partei Die Linke zum Amt des Staatssekretärs für Stadtentwicklung und Wohnen berufen, trat bereits am Montag nach nur einmonatiger Amtsführung zurück. Für die zu erwartenden parteilichen Auseinandersetzungen, innerhalb der frisch installierten Koalition, wollte Holm nicht herhalten. Die regierende Berliner Koalition aus SPD, Linke und Grünen wollte eine Entscheidung über den Verbleib Holms erst nach dem Ergebnis des HU-Präsidiums diskutieren. Holm hatte elf Jahre lang an der HU gearbeitet. Er beabsichtigt gegen die Kündigung arbeitsrechtlich vorzugehen.

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19. Jan. 17 – Folgende angebliche Aussage, die bisher nur in einem Presseorgan auftauchte, muss noch auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden. Bei einem anderen Berichterstatter hatte sich ein ähnlicher Inhalt anders dargestellt:

„Präsidentin Sabine Kunst stellte in Aussicht, dass eine Wiedereinstellung durchaus möglich sei. Voraussetzung dafür wäre aber die korrekte Ausfüllung des bisher falsch ausgefüllten Universitäts-Fragebogens.“

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Mehr Infos zum Thema

Offener Brief an das Präsidium der HU Berlin – Kundgebungsbeitrag

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