Hans-Dietrich Genscher im Alter von 89 Jahren verstorben

Hans Dietrich GenscherHans Dietrich Genscher starb in der Nacht zum Freitag an einem Herz-Kreislauf Versagen im Alter von 89 Jahren.
Er gehörte zu den beliebtesten Politikern Deutschlands. 18 Jahre lang, von 1974 bis 1992 war er Außenminister Deutschlands und Vizekanzler neben den beiden Bundeskanzlern Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU). Eine so lange Amtszeit als Außenminister konnte kein anderer Politiker erleben.

Er stand für die Politik der Entspannung zwischen Ost und West und war ein Mann des Liberalismus. Sein Politikstil der ausgleichenden Vermittlung ist als „Genscherismus“ bekannt. So könne nach seiner Auffassung jeder Konflikt durch beharrliche Diplomatie entschärft und auf Dauer in einen friedlichen Ausgleich der Interessen überführt werden. Diese Grundüberzeugung prägt bis heute die deutsche politische Kultur. Von 1974 bis 1985 führte er den Vorsitz der FDP.

Genscher bot sich bei der Geiselnahme israelischer Sportler, während der Olympischen Spiele 1972 in München, als Austauschgeisel an. Kollegen und Freunde nannten ihn auch den „Bundesminister des Äußersten“.

Hans-Dietrich Genscher galt als „Architekt der deutschen Einheit“. Er konnte sein Engagement krönen, mit der Überbringung einer positiven Meldung an die DDR-Bürger, die sich 1989 in die Deutsche Botschaft in Prag geflüchtet hatten, um politisches Asyl und die Ausreise nach Westdeutschland durchzusetzen. Ungarn hatte in Abstimmung mit der Sowjetunion die Grenzen geöffnet.
„… wir sind zu Ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise….“ die folgenden Worte gingen im Jubel der 4500 DDR-Bürger unter, die auf engstem Raum, unter unhygienischen Zuständen auf dem Botschaftsgelände ausharrten, berichtete er später. „Die Situation schrie geradezu nach einer Lösung.“ – „Die Geschichte wiederholt solche Angebote nicht, wenn sie kommen, müssen wir zugreifen.“

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