Festgenommener freigelassen „Tappen Sie im Dunkeln?“

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Die ermittelnde Bundesstaatsanwaltschaft konnte dem Festgenommenen den Tatvorwurf der Beteiligung am Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz offensichtlich gegenüber dem Haftrichter nicht ausreichend belegen. Nach spätestens 24 Stunden müssen dem Haftrichter Beweise, oder eindeutige Indizien vorgelegt werden, die eine Verhaftung begründen. Die Ermittlungen werden von sieben Staatsanwälten durchgeführt.

Schon auf der Pressekonferenz der Bundesstaatsanwaltschaft heute Nachmittag wurden Zweifel genährt den Richtigen gefasst zu haben. Es habe eine Beobachtungslücke gegeben in der Verfolgung des Täters bis zum Ort der Festnahme 2 km vom Tatort entfernt, wurde erklärt.

Auch auf dem Handy, dass bei einer Durchsuchungsaktion des Lebensbereiches des Tatverdächtigen im Tempelhofer Hangar sichergestellt wurde, wollten die Ermittler bis zum Zeitpunkt der Pressekonferenz keine Hinweise entdeckt haben, die im Zusammenhang mit dem Anschlag stünden. Die Befragung von vier Mitbewohnern muss ebenso ergebnislos ausgefallen sein.

Zudem beteuerte der Verhaftete konsequent seine Unschuld.

„Würde ich Ihnen zu nahe treten, wenn ich sagen würde: Sie tappen eigentlich ziemlich im Dunkeln?“, fragte ein Pressevertreter als Resüme der vorgetragenen Ergebnisse und weiter: „Gerade weil Sie weder tatsächlich eine Idee davon haben, was das Motiv sein könnte. Sie können das herleiten aus dem Tatvorgang, aber sie haben keine konkreten Anhaltspunkte. Sie haben offenbar, so wie es aussieht, keinen Täter, den sie präsentieren könnten und wissen erst einmal gar NICHTS so richtig. Oder ist das ein bisschen überinterpretiert?

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