Elena Bastrykina im Interview – „Araboturka, the show must go on!“

elena-bastrykinaElena Bastrykina organisiert seit 2013 zusammen mit einem Team die gut besuchte Bauchtanzreihe „Araboturka“ in der „Golden Lounge“. Mit der besonderen Idee Profitänzerinnen und Nicht-Profis eine gemeinsame Auftrittsplattform zu bieten starteten sie in kleinen Läden in Charlottenburg. Auf eine Suchanfrage nach einem neuen Veranstaltungsort antwortete Mario von der Lounge. Sie wurden sich einig. Seitdem heißt es alle drei Monate im Soldiner Kiez:“Araboturka – The show must go one!“

Die nächste Araboturka am Samstag, den 4. März ab 19.30 Uhr in der „Golden Lounge“, Prinzenallee 38. Obulus ab 7 Euro.

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Die Tänzerinnen der Gala-Show im „Theater 28“

Im letzten Monat organisierte die Gruppe die erste große Bauchtanzshow im „Theater 28“, dem ehemaligen Glaskasten in der Prinzenallee 33. Darüber und wie die Arabotourka entstand sprachen wir mit Elena und wollten sie auch persönlich näher kennenlernen.

Ich habe dich Als Moderatorin der Bauchtanzveranstaltung „Araboturka“ in der Golden Lounge kennengelernt. Wie habt ihr euch eigentlich zusammengefunden?

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Namjira

„Araboturka“ existiert seit 2013. Wir haben die Veranstaltung zunächst mit der Kollegin Namjira organisiert, das war in einem kleineren Laden mit dem Namen „Amira“ am Savignyplatz. Bereits nach dem ersten Mal sind Sakina, Mine, Josefine und Mahmoud ein fester Teil des Organisationsteams geworden. Einige von uns wie Namjira und Josefine haben leider kaum noch Zeit zu kommen. Sie sind Profitänzerinnen und damit sehr beschäftigt. Josefine reist gerade mit ihrer gelungenen Mischung aus orientalischem Bauchtanz mit indischem Einschlag durch die Welt.

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.Fotos: Das Team, dass die Araboturka in der Golden Lounge aufbaute

Wir hatten das Ziel eine Plattform zu schaffen, auf der sich Tanzbegeisterte treffen, austauschen und tanzen. Da es für Anfänger aber auch für fortgeschrittene Kursteilnehmer wenig Auftrittsmöglichkeiten gibt, wollten wir den Nicht Profis und den Profis die Möglichkeit bieten, sich bei uns gemeinsam zu präsentieren.
Unabhängig vom Tanzniveau, vom Alter, vom Tanzstil wird jede Tänzerin vom Publikum kräftig unterstützt. Wir haben keinen Druck, es geht um Spaß. Das wichtigste ist, dass man sich bei uns wohlfühlt. Eine Freundin hat mal Araboturka als „Wohnzimmerparty“ bezeichnet.

Und jetzt, mit einem ausverkauften Haus eure erste Gala „Kiss of Orient“ im Theater 28. Einige Tänzerinnen kamen nicht aus Berlin, dein Gaststar reiste sogar von Russland extra nach Berlin.

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Aida Hassan und Elena bei der Gala

Trotzdem wir darauf gehofft hatten, dass es voll wird, waren wir dennoch überrascht und na klar haben wir uns riesig gefreut. Als Gaststar hatte ich Aida Hassan gebeten nach Berlin zu kommen. Sie ist eine tolle Tänzerin aber auch eine exzellente Lehrerin mit sehr viel Hintergrundwissen. Bevor ich sie in Moskau kennenlernte, hatte ich ihren Werdegang schon über you tube eine Zeitlang beobachtet. Unsere Freundschaft begann auf einer Dienstreise in Moskau am letzten Tag vor meinem Rückflug. Alle Freunde hatten gearbeitet. Ich wollte nicht alleine durch die Stadt ziehen und habe Aida angerufen. Ein Glück hatte sie Zeit und ich konnte noch ein paar Privatstunden bei ihr nehmen. Ich war begeistert. So haben wir uns kennengelernt. Seitdem fahre ich regelmäßig zu ihr und nehme Unterricht.

Wie gelang es dir so viele Tänzerinnen zur Teilnahme zu bewegen?

Ich hatte mich entschieden Aida nach Berlin zu holen weil ich von einigen befreundeten Tänzerinnen wusste, dass sie genau so einen Tanzunterricht mögen. Also kamen sie auch aus anderen Städten in erster Linie wegen der Workshops, die unsere Gastdozentin Aida gab. Ich war natürlich mit dabei. Mit der Gala feierten wir dann unsere Zusammenkunft und die tollen Tage, die wir gemeinsam verbrachten.

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Welches Fazit kannst du jetzt eine Woche später ziehen?
Finanziell ist es immer schwierig und auch anstrengend. Man nimmt es aber in Kauf, wenn man so etwas organisiert. Dafür gibt es aber auch viel zurück. Ich bin jeder einzelnen Tänzerin dankbar für die Unterstützung, die sie mir gegeben haben, für leuchtende Augen, für schöne Darbietungen, fürs Mitdenken und Mitwirken.
Dieser Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe sind nicht selbstverständlich. Aber ich habe das Glück, herzliche, hilfsbereite und zuverlässige Menschen um mich herum zu haben.
Dazu gehören übrigens nicht nur Tänzerinnen, sondern auch Fotografen, Techniker, Freunde, die z. B. Den Einlass organisierten ect.
An der Stelle möchte ich einen großen Dank an meine Kollegin und Mitveranstalterin Sabine Scholz aussprechen, denn ohne sie läuft einfach gar nichts!

Erzähle uns ein wenig über deine Person. Bist du eine Weltenbummlerin?

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Die Araboturka im „Amira“ 2012

Ich bin im Dezember 2008 nach Berlin gezogen, als ich hier einen Jobangebot angenommen hatte. Weltenbummlerin? Würde ich nicht sagen. Ich mag zwar alle 2-3 Wochen kurz verreist, aber ich brauche einen Ort, an den ich zurückkehre und eine feste Geldquelle habe. Unsicheres Einkommen ist nichts für mich. Ich muss sicher sein, dass ein gewisser Betrag Ende des Monats auf meinem Konto landet.

Es hat sich in meinem Leben alles so eingependelt, dass ich mich seit mehreren Jahren sehr wohl fühle. Ich habe ein Leben im Büro und ein anderes außerhalb zum Ausgleich. Das bedeutet natürlich nicht, dass alles überall glatt läuft.

Wie oft trainierst du? Entwickelst du deine Choreografien selbst? Bist du eine Profitänzerin?

Mit dem Begriff „Profitänzerin“ habe ich ein Problem. Für mich ist ein Profi eine Tänzerin, die vom Tanzen alleine leben kann. Am besten sie hat noch eine staatlich anerkannte Ausbildung. Von daher bin ich eher eine Hobbytänzerin. Das ist jedoch nur meine Einstellung zu dem Begriff. Jeder soll sich so nennen, wie er es für richtig hält.
Ich trainiere unregelmäßig, manchmal 3-4 Mal die Woche, meistens nach 22 Uhr. Manchmal nur einmal, aber immer zu Hause. Meine Choreos denke ich mir morgens früh auf dem Weg ins Büro aus. Das Problem dabei ist, dass es sich abends bei der Umsetzung herausstellen kann, dass der Körper doch nicht alles mitmachen will.

Ist es schwierig mit Bauchtanz Geld zu verdienen?
Ob man mit orientalischem Tanz Geld verdienen kann? Ich glaube ja, wenn man lernt, sich gut zu vermarkten. Aber das ist nicht so mein Ding…

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Die Fotoserie von der Gala „Kiss of Orient“

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