Drama in Nizza – erste Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft

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Staatsanwalt Francois Molin gibt Erklärung ab

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Die Staatsawaltschaft in Nizza gab heute ihr erstes Statement zu den Vorfällen in Nizza ab. Es gab keine Möglichkeiten für Rückfragen Nach den ersten Zeugenvorstellungen legte Staatsanwalt Francois Molin folgende Fakten vor:

Nach 300 Metern gestellt und erschossen

Auf Überwachungskameras hatte man im Westen von Nizza geparkten LKW  erkannt. Am 14. Juli wurde der Täter auf den Videos erkannt, als er mit seinem Fahrrad anreiste. Um 23.45 fuhr der Mann mit einem 19 Tonner Kühlwagen, den er zwei Tage vorher gemietet hatte, auf die Promenade in Nizza. Er fuhr eine Strecke von 2km. Viele Menschen beobachteten dort das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag. Er schoss auf mehrere Polizisten, fuhr durch die Menschenmenge, wurde von den Beamten unter Beschuss genommen und nach 300 Metern gestellt. Man fand ihn tot auf dem Beifahrersitz.

In der Fahrerkabine befanden sich Waffen und Attrappen

Auf der Ladefläche des LKW befanden sich leere Paletten und ein Fahrrad. In der Fahrerkabine ein automatisches Gewehr, Patronen, mehrere Atrappen von Maschinengewehren, eine Granate, ein Handy, ein Ladegerät und verschiedene Dokumente. Darunter eine Bankkarte und ein Führerschein.

Der Täter ist verheiratet und hat drei Kinder – Ehefrau verhaftet

Der Täter Mohamed Lahouaiej Bouhlel ist 31 Jahre, geboren in Tunesien mit Aufenthaltstitel in Frankreich, wohnhaft in Nizza. Er ist nicht im Besitz der in Frankreich üblichen doppelten Staatsbürgerschaft. Er war Auslieferungsfahrer, ist verheiratet und Familienvater vom drei 3 Kinder. Seine Ehefrau wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen.

Polizeibekannt wegen Gewalt und Diebstahlsdelikten

Mohamed Lahouaiej Bouhlel war der Polizei und der Justiz wegen mehrerer Gewalt- und Diebstahlsdelikten zwischen 2004 und 2016 bekannt. Im März 2016 verurteilte ihn ein Gericht wegen Einbruchs mit Gewalt zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe. Den französischen Nachrichtendiensten ist er nicht bekannt. Es gibt keine Hinweise auf Radikalisierung.

Bei zwei Hausdurchsuchungen heute morgen wurden PC, Telefone und Dokumente beschlagnahmt. Ob es Komplizen gegeben hat ist bisher nicht bekannt und wird ermittelt. Ebenso gab es bisher kein Bekennerschreiben. „Dennoch passt es sehr gut in die ständigen Aufrufe zum Mord terroristischer Organisationen“, behauptete Staatsanwalt Francois Molin.

Bisher nicht geklärt, ob es sich um ein gezieltes Attentat handelte, oder womöglich um eine außer Kontrolle geratene Verfolgungsjagd. (Anmerkung Red.)

Die Cicero Onlone-Redakteurin Petra Sorge warnte in ihrem Kommentar „Der islamistische Reflex“ vor übereilten Schlussfolgerungen und Schuldzuweisungen.

„Der Islamismus-Reflex ist da. Mit Wahrscheinlichkeit könnte es auch einen Zusammenhang geben. So stellte auch der Staatsanwalt klar, dass die Tat die typische Handschrift von terroristischen Organisationen trage, womit er wohl auch Islamisten meinte. Gleichwohl gibt es noch kein Bekennerschreiben einer terroristischen Organisation. In jedem Fall ist es nicht die Aufgabe von Medien, Wahrscheinlichkeiten und Gerüchte als Fakten zu präsentieren. Das ist unsauber, gefährlich und fahrlässig“, schreibt Petra Sorge -> Hier zum gesamten Artikel

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