Mieter protestieren in der Koloniestraße gegen Entmietung

Mieterprotest Koloniestraße wedding (12)

Als absurd bezeichnet Sebastian Jung von Mieterstadt e.V. die heftigen Mietsteigerungen mit denen die Bewohner und Bewohnerinnen der Koloniestraße 2 ab Dezember überzogen werden. „Die Mieter sollen für etwas bezahlen was es nicht gibt“, informiert er die anwesenden Pressevertreter und Protestteilnehmer bei einer Kundgebung vor dem Wohnhaus. Die ursprünglichen Baukosten für das Wohnhaus betrugen 32 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro habe der neue Besitzer für das Haus bezahlt. Aber „der Eigentümer rechnet nun die Miete auf der Basis der 32Millionen ab.“ Dadurch kommen Erhöhungen zu Stande, die viele der 170 Mietparteien, mit 500 betroffenen Personen im Haus nicht mehr bezahlen können. „Für den Eigentümer ergeben sich dabei Renditen, die sonst kaum noch zu realisieren sind.“

„Wir bleiben hier!“

Der Mieter Thomas Bethge hatte 667 Euro Miete bezahlt und soll nun 1047 Euro bezahlen. „Ich bin Rentner Thomas Bethke Mieterund beziehe Grundsicherung“, berichtet er im Interview. „Damit muss ich meine Wohnung verlassen. Als behinderter Mensch ist das das ganz besonders schwierig.“ Alle ca. 80 protestierende Bewohner wollen sich mit ihrer Entmietung nicht abfinden. „Wir bleiben hier“ rufen sie gemeinsam.

dizenim studentin (2)„Wir geben unser Bestes, was in unserer Macht steht, denn wir bekommen viel Unterstützung“, sagt die Studentin Dezenip. „ Ich habe die Hoffnung, dass es von denen nicht durchkommt.“

Die Politik versteckt sich“,

Sebastian Jung von Mieterstadt2berichtet Unterstützer Sebastian Jung. „Ich habe bisher kein vernünftiges Argument zum Thema gehört“. “Das ganze kann in einen jahrelangen Rechtsstreit enden“, denn die rechtliche Situation erscheint offensichtlich nicht eindeutig zum Schutz der Mieter geklärt. „Es handelt sich hier um eine Grauzone und die Mieter sitzen auf einem Schleudersitz“, erklärt Jung. Um Gehör zu finden rückt die Mietergemeinschaft nun der Politik auf die Pelle. Am 12. November um 10.00h treffen sich alle vor der SPD-Zentrale in der Mülllerstraße 163 und werden die Frage stellen: „Warum schützt ihr Entmietungen mit dubiosen Geschäftsmodellen?“

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Fotoreportage Mieterprotest in der Koloniestraße Berlin Wedding 3. November 2015

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2 Kommentare to “Mieter protestieren in der Koloniestraße gegen Entmietung”

  1. Hallo, danke für den Artikel! Gibt es einen Kontakt des neuen Eigentümers? Ich wohne nicht weit weg und möchte eine Protestnote schicken. Solidarität mit den MieterInnen!

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    • Bisher für den Kurier noch nicht. Der Vermieter lehnt bisher jede Stellungnahme ab. Zu erfragen wäre die Adresse aber ganz sicher bei Herrn Sebastian Jung vom hier erwähnten Verein Mieterstadt.

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